Krallenpflege bei Hund und Katze: Kleine Maßnahme, große Wirkung
Wie unsere Nägel wachsen, wachsen auch die Krallen von Hunden und Katzen. Regelmäßige Krallenpflege ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge.
Allerdings unterscheiden sich Hund und Katze deutlich darin, wie sich ihre Krallen auf natürliche Weise abnutzen und erneuern.
Warum Krallenpflege wichtig ist
Bei Hunden nutzen sich die Krallen durch ausreichend Bewegung auf festem Untergrund normalerweise ab. Bei vielen Vierbeinern geschieht dies jedoch nicht, sodass regelmäßiges Kürzen notwendig wird.
Zu lange Krallen können:
• Fehlstellungen der Zehen verursachen
• Schmerzen beim Laufen auslösen
• langfristig zu Fehlhaltungen führen
Deshalb sollte die Krallenlänge regelmäßig kontrolliert werden.
Katzenkrallen funktionieren anders
Freilebende Katzen sind auf scharfe Krallen angewiesen, um Beute zu fangen und zu klettern.
Dabei wächst die innere Kralle kontinuierlich nach außen. Die alte äußere Hornhülle wird abgestoßen und die neue Kralle kommt zum Vorschein.
Bei älteren Katzen funktioniert dieser natürliche Erneuerungsprozess häufig nicht mehr zuverlässig. Dadurch können Krallen einwachsen und Beschwerden verursachen.
Auch bei Wohnungskatzen kann es sinnvoll sein, die Krallenspitzen regelmäßig zu kürzen, damit sie nicht im Teppich oder anderen Materialien hängen bleiben.
Regelmäßiges Kürzen ist entscheidend
Das Kürzen der Krallen ist bei Hund und Katze genauso wenig schmerzhaft oder unangenehm wie das Schneiden unserer eigenen Nägel – vorausgesetzt, es wird richtig durchgeführt.
Da die Krallenpflege in der Regel alle 3 bis 5 Wochen notwendig ist, ist es sinnvoll, wenn Sie diese selbst durchführen können.
Bei Hunden gilt:
Je länger die Krallen werden, desto weiter wächst das Blutgefäß innerhalb der Kralle nach vorne. Dadurch steigt das Risiko von Blutungen und Schmerzen beim Kürzen. Wird zu lange gewartet, kann es mehrere Monate dauern, die Krallen schrittweise wieder auf die richtige Länge zu bringen.
So erkennen Sie zu lange Hundekrallen
Eine gute Orientierung ist: Die Krallen sollten beim stehenden Hund den Boden gerade berühren.
Warten Sie nicht, bis:
• die Krallen beim Laufen hörbar auf den Boden klackern
• die Zehen verdreht stehen
• Ihr Hund lahmt
Die richtige Vorbereitung
Damit das Krallenschneiden möglichst stressfrei verläuft:
• Gewöhnen Sie Ihr Tier früh an das Anfassen der Pfoten.
• Üben Sie Festhalten und Stillhalten.
• Sorgen Sie für eine entspannte Atmosphäre und ruhige Umgebung.
• Kürzen Sie die Krallen zu einer Zeit, zu der Ihr Tier entspannt und ausgelastet ist.
• Verwenden Sie geeignetes und scharfes Werkzeug.
Wir beraten Sie gerne bei der Auswahl.
Krallen richtig kürzen
Bei Hund und Katze ist es ganz wichtig, dass man die Kralle wirklich sieht und alle Haare aus der Schnittgegend entfernt sind.
Beim Hund sollten die Krallen während des Schneidens einzeln in der Hand fixiert werden. Das ist für das Tier meist am angenehmsten und stellt gleichzeitig sicher, dass keine Haare in der Schnittlinie liegen.
Bei Katzen lassen sich die Krallen durch leichten Druck auf die Ballen hervorholen. So hat man ausreichend Platz und keinerlei Haare im Weg.
Die Schnittlinie verläuft immer senkrecht zur Kralle, also parallel zum Boden.
Schneiden Sie Katzenkrallen am einfachsten mit einem kräftigen Nagelknipser oder einer speziellen Krallenschere. In den meisten Fällen wird lediglich die Spitze gekürzt. Bei älteren Katzen ist es häufig notwendig, alte Hornhülsen zu entfernen, wenn diese sich nicht mehr selbstständig ablösen. Lassen Sie sich dies beim ersten Mal gerne von uns zeigen.
Hundekrallen sollten immer mit einer gut schneidenden Krallenschere gekürzt werden. Wichtig ist dabei, ein geeignetes Modell zu verwenden, bei dem die Schneidbacken nicht so breit sind, dass versehentlich der Ballen eingeklemmt werden kann.
Eine gute Orientierung für die richtige Länge ist, dass die Krallen beim stehenden Hund den Boden gerade berühren. Kontrollieren Sie die Krallenlänge regelmäßig und warten Sie nicht, bis die Krallen beim Laufen hörbar auf dem Boden klackern, die Zehen verdreht stehen oder Ihr Hund bereits lahmt.
Beginnen Sie – wenn vorhanden – mit hellen Krallen. Hier lässt sich das Blutgefäß häufig gut erkennen, teilweise sogar mit Hilfe einer Taschenlampe. Beachten Sie dabei, dass feine Blutgefäße oft noch ein kleines Stück weiter in die Kralle hineinreichen.
Hat Ihr Hund ausschließlich dunkle Krallen, empfiehlt es sich, sich langsam und schrittweise an die richtige Länge heranzutasten.
Sollte eine Kralle einmal bluten, bewahren Sie Ruhe. Üben Sie mit einem Wattestäbchen oder einem nicht fusselnden Papiertaschentuch etwa fünf Minuten lang Druck auf die Blutungsstelle aus oder legen Sie kurzfristig einen Druckverband an.
Schneiden oder Feilen?
Neben dem Schneiden kann auch das Feilen der Hundekrallen eine gute Alternative sein.
Dabei sollten Hunde zunächst an das Geräusch und anschließend an die Vibration gewöhnt werden. Das Feilen dauert häufig etwas länger, bietet vielen Tierhalterinnen und Tierhaltern jedoch mehr Sicherheit, da man zwischendurch immer wieder kontrollieren kann, ob sich die Oberfläche der Kralle verändert. Dadurch kommt es seltener zu Blutungen.
Auch nach dem Schneiden kann es sinnvoll sein, die Kanten mit einer Feile zu glätten. Ziehen Sie die Feile dabei immer von der Krallenspitze in Richtung Ballen.
Wolfskrallen bei Hunden
Als Wolfskralle bezeichnet man eine zusätzliche Kralle an der Innenseite der Hintergliedmaße. Bei manchen Rassen, beispielsweise dem Beauceron, kommen sogar doppelte Wolfskrallen vor.
Da diese Zehen keinen Bodenkontakt haben, nutzen sich die Krallen nicht natürlich ab und müssen regelmäßig gekürzt werden.
Werden Wolfskrallen nicht gepflegt, können sie in die Haut einwachsen und erhebliche Beschwerden verursachen.
Das Entfernen einer Wolfskralle ohne medizinischen Grund ist laut Tierschutzgesetz grundsätzlich nicht erlaubt. Verletzt sich ein Hund jedoch regelmäßig an der Wolfskralle, kann eine chirurgische Entfernung durch den Tierarzt empfohlen werden. Manchmal handelt es sich dabei lediglich um einen Eingriff in der Haut, häufig entspricht die Operation jedoch einer Zehenamputation.
Unser Tipp
Lassen Sie sich das Kürzen der Krallen zu Beginn von uns zeigen. Je öfter Sie es anschließend selbst durchführen, desto leichter fällt es Ihnen und Ihrem Vierbeiner.
Vereinbaren Sie gerne einen Termin, wenn Sie Unterstützung benötigen oder sich die richtige Technik zeigen lassen möchten.
Wir sind für Sie da!
