Wenn die Medikamentengabe zur Herausforderung wird

Tablettengabe bei Hund und Katze: So gelingt die Medikamentengabe leichter

Zum Heilen oder zur Vorbeugung von Erkrankungen sind Medikamente häufig regelmäßig notwendig. Hilfreich ist es, wenn die Gabe von Tabletten bereits zu einem Zeitpunkt geübt wurde, zu dem noch keine Behandlung erforderlich war.

 

Dieses sogenannte Medical Training wird von verschiedenen Stellen angeboten. Sprechen Sie uns gerne an.

Stehen Sie aktuell vor der Herausforderung, Ihrem Vierbeiner Medikamente zu verabreichen, finden Sie nachfolgend einige hilfreiche Tipps.

 

Tabletten geben – aber wie?

Mittlerweile gibt es viele Medikamente als schmackhafte Kautabletten. Dies kann eine gute Möglichkeit sein, sofern keine Allergien oder Unverträglichkeiten vorliegen.

 

Alternativ kann die Tablette in einem besonderen Leckerli versteckt werden, beispielsweise in:

• Frischkäse

• Leberwurst

• einem Stückchen Wiener

• speziellen Leckerlis mit Loch („Easypill“)

 

Versteckt in einem Stückchen Wiener oder einem entsprechenden Leckerli kann der Hund die Tablette sogar spielerisch fangen. Oft vermutet er dabei überhaupt keine Tablette dahinter.

 

Direkte Eingabe ins Maul

Bei vielen Hunden und Katzen ist auch die direkte Eingabe ins Maul problemlos möglich.

 

Hier gibt es einen Trick, der bei Katzen und Hunden sehr gut funktioniert:

Bei Katzen und kleinen Hunden mit der einen Hand den Schädel von oben greifen und leicht in den Nacken überstrecken. Dabei mit Daumen und Mittel-/Ringfinger mit zunehmendem Druck die Lefze hinter den langen Eckzähnen in das Maul schieben. So öffnet sich das Maul automatisch und das Tier müsste auf die Lefze beißen, um Sie abzuwehren, was schmerzhaft ist und daher nicht passiert. Mit dem kleinen Finger und Ringfinger der anderen Hand den Unterkiefer nach unten schieben und die Tablette möglichst tief im Rachen platzieren. Danach das Tier das Maul schließen und schlucken lassen. Gegebenenfalls hilft leichtes Streichen am Hals dabei, den Schluckvorgang zu unterstützen.

 

Manche Tierhalter empfinden es einfacher, einen Tabletteneingeber zu nutzen. Gerne beraten wir Sie hierzu und unterstützen Sie bei der Auswahl eines geeigneten Produktes.

 

Bei Katzen kann es hilfreich sein, sie vor der Medikamentengabe so in ein Handtuch einzuwickeln, dass nur der Kopf herausschaut.

 

Tabletten zerstoßen oder Flüssigkeiten verabreichen

Manche Tabletten dürfen problemlos zerstoßen und mit Wasser oder Katzenmilch über eine Spritze verabreicht werden.

 

Achtung: Manche Medikamente verlieren dadurch ihre Wirksamkeit. Bitte sprechen Sie uns vorab an.

 

Wichtig ist außerdem, die Spritze niemals von vorne ins Maul einzuführen, sondern immer schräg von der Seite. So lassen sich Verschlucken und eine Verabreichung in die Lunge vermeiden.

 

Bei Flüssigkeiten kann es in manchen Fällen sinnvoll sein, diese portionsweise einzufrieren und gefroren unter ein besonderes Futter zu mischen.

 

Medikamente nicht ins normale Futter mischen

Bitte mischen Sie Medikamente nicht unter das gewohnte Futter Ihres Tieres.

 

Gerade bittere Medikamente, beispielsweise manche Antibiotika, können dazu führen, dass Ihr Vierbeiner das Futter anschließend ablehnt, weil er den unangenehmen Geschmack damit verbindet.

 

Bei manchen Medikamenten ist es zudem sinnvoll, anschließend Futter anzubieten, damit die Tablette nicht in der Speiseröhre liegen bleibt.

 

Immer hilfreich

Eine kleine Spieleinheit oder ein Leckerli ohne Tablette kann helfen, die Medikamentengabe positiv zu verknüpfen und die nächste Behandlung zu erleichtern.

 

Benötigen Sie Unterstützung bei der Tablettengabe oder möchten sich die richtige Technik zeigen lassen?

Sprechen Sie uns gerne an.

 

Wir sind für Sie da!